Wie lange dauert das Scheidungsverfahren?

Das kann man nicht genau sagen.

Es kommt stark darauf an, was das Gericht alles regeln muss und inwieweit darüber Einigkeit besteht. Muss das Gericht z.B. aufwendige Ermittlungen anstellen, wie viel das Vermögen nun wert ist oder wie das Sorgerecht geregelt werden soll, dauert dies zwangsläufig länger.

Bestenfalls ist eine Scheidung innerhalb weniger Monate „durch“, im Extremfall kann es aber auch einige Jahre dauern. Eine gründliche Vorbereitung durch den Rechtsanwalt kann hier enorm viel Zeit sparen.

Kann ein Ehevertrag so geschlossen werden, dass er sicher alle Streitfragen regelt?

Nein, in aller Regel nicht.

Der Ehevertrag wird regelmäßig vor oder kurz nach der Eheschließung geschlossen und muss dann bis zu einer möglichen Scheidung „halten“. In der Zwischenzeit können sich aber viele neue Themen und damit Streitpunkte ergeben.

Es empfiehlt sich daher, einen einmal geschlossenen Ehevertrag sporadisch anzupassen und die neuen Entwicklungen in der Ehe zu berücksichtigen und dann einvernehmlich zu regeln.

Ein darauf spezialisierter Rechtsanwalt wird Sie gerne in dieser Sache beraten und eine möglichst individuelle und voraussichtlich umfassende Regelung ausarbeiten.

Muss der Versorgungsausgleich beantragt werden?

Das kommt darauf an.

Bei einer Ehedauer von nicht mehr als drei Jahren findet normalerweise kein Versorgungsausgleich statt. Will ein Ehegatte diesen trotzdem, muss er ihn explizit beantragen. Der andere Ehegatte kann sich hiergegen aber nicht wehren.

Bei längerer Ehe kommt es immer zum Versorgungsausgleich. Dieser muss auch nicht beantragt werden, sondern das Gericht nimmt diesen selbst („von Amts wegen“) vor.

Haftet man für die Schulden des Partners nach der Scheidung?

Nein. Weder während der Ehe noch danach haftet ein Partner für die Schulden des anderen. Es gilt das Prinzip der Privatautonomie und der persönlichen Verantwortung. Schulden eines Partners sind dessen Schulden.

Etwas anderes gilt, wenn der Partner aus irgendeinem Grund selbst haftet. Häufig bürgt ein Ehepartner für den anderen oder er unterschreibt einen Kreditvertrag mit. Dann sind diese Schulden aber seine eigenen, auch wenn sie ihren Anlass in der Ehe hatten und in irgendeiner Form auch dem Anderen zu gute kommen.

Kann man das Trennungsjahr verkürzen, indem man einfach dessen Anfang vorverlegt?

Ein beliebter Trick von scheidungswilligen Ehepartner ist, den Beginn der Trennung früher zu behaupten als er tatsächlich war. Dann ist das Trennungsjahr beim Scheidungsprozess scheinbar abgelaufen, obwohl das eigentlich noch gar nicht der Fall ist. Wenn Anwälte und Gericht keine Anhaltspunkte für das Gegenteil haben, funktioniert dieser Trick sicher sehr häufig.

Aus anwaltlicher Sicht kann man davor aber nur warnen. Es ist absolut kontraproduktiv, wenn dies auffliegt. Der Anwalt darf aus berufsrechtlichen Gründen bei einem solchen Vorhaben nicht mitwirken. Und schließlich ist, wenn sich einer der Eheleute davon finanzielle Vorteile erhofft, auch noch eine Strafbarkeit wegen Betrugs denkbar.

Also warten Sie das Jahr lieber ab, auch wenn Sie es besonders eilig haben.

Wie kann man innerhalb derselben Wohnung getrennt leben?

Ein Getrenntleben bedeutet stets die „Trennung von Tisch und Bett“. Normalerweise geschieht dies, in dem (mindestens) ein Ehegatte auszieht und dadurch die eheliche Lebensgemeinschaft als solche nicht mehr besteht.

Man kann aber auch innerhalb der Wohnung getrennt sein, wenn kein gemeinsamer Haushalt mehr besteht. Dazu gehört, dass grundsätzlich jeder seinen eigenen Angelegenheiten nachgeht, nicht mehr zusammen gekocht und gegessen wird, jeder ein separates Bett hat, jeder nur noch für selbst einkauft etc.

Wenn ein Ehegatte die Scheidung verhindern will, wird es dann aber oft schwer, ihm gegenüber die Trennung zu beweisen.

Kann auf Trennungsunterhalt verzichtet werden?

Nein, Trennungsunterhalt ist immer zu leisten, im Vorhinein kann darauf nicht verzichtet werden.

Allerdings kann der Trennungsunterhalt einfach nicht gefordert werden. In diesem Fall verfällt der Unterhaltsanspruch für jeden zurückliegenden Monat.

Nicht möglich ist dagegen ein Vertrag, in dem man zusichert, den Trennungsunterhalt nicht zu verlangen – denn das wäre ja wieder ein Verzicht durch die Hintertür, der grundsätzlich nicht möglich ist.

Kann auch rückwirkender Unterhalt gefordert werden?

Das kommt darauf an.

Prinzipiell stellt Unterhalt eine Zahlung dar, mit der man sein Leben bestreiten kann. Insofern gibt es also eigentlich keinen Grund für rückwirkenden Unterhalt, da man ja auch nicht rückwirkend lebt.

Etwas anderes gilt aber, wenn man den Unterhaltspflichtigen durch eine Mahnung in Verzug gesetzt hat.

Es muss also schnellstmöglich der Verzug herbeigeführt werden, um keine Ansprüche zu verlieren.

Kann ein Ehevertrag so geschlossen werden, dass er sicher gültig ist?

Nein, in aller Regel nicht.

Das Familienrecht ist ständigen Wandlungen unterworfen, sowohl was den Gesetzestext als auch das Richterrecht angeht. Man wird nie wissen, welche Regelung zum Zeitpunkt einer Scheidung (und darauf kommt es ja an) gültig ist.

Man kann allerdings versuchen, möglichst faire Regelungen zu treffen, indem man jeweils die Punkte, die einem Ehegatten besonders wichtig sind, niederschreibt und gleichzeitig die Rechte des anderen Ehegatten irgendwie kompensiert.

Ein darauf spezialisierter Rechtsanwalt wird Sie gerne in dieser Sache beraten und eine möglichst individuelle und voraussichtlich zulässige Regelung ausarbeiten.